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Gotland Runt 2010


Was ist Elektrizität?

Oder: Wie wissenschaftliche Artikel geschrieben sein sollten. 

Die heutige wissenschaftliche Frage lautet:

Was um alles in der Welt ist Elektrizität?

Und wo geht sie hin, wenn sie den Toaster wieder verlässt?

Fangen wir mit einem kleinen Experiment an, um Ihnen ein paar wesentliche Dinge über Elektrizität beizubringen: Schlurfen Sie an einem kalten, verdammt trockenen Tag mit Ihren Füßen über einen Teppichboden und fassen Sie dann mit Ihrer Hand in den Mund eines Freundes und berühren Sie eine seiner Zahnfüllungen. Haben Sie bemerkt, wie sich Ihr Freund unter Schmerzen gekrümmt und erbärmlich geschrieen hat? Hieraus lernen wir, dass Elektrizität eine gewaltige Kraft entwickeln kann, aber wir dürfen sie niemals einsetzen um andere zu verletzen - es sei denn, wir möchten einige wesentliche Dinge über Elektrizität lernen.


Es lehrt uns auch, wie ein elektrischer Schaltkreis funktioniert. Als Sie mit ihren Füßen geschlurft sind, haben Sie ein paar "Elektronen" aufgesammelt, das sind kleine Objekte, die die Teppichhersteller in die Teppiche weben, damit diese den Schmutz anziehen. Die Elektronen wandern durch Ihre Blutbahn und sammeln sich in Ihrem Finger, wo sie Funken bilden, die auf die Zahnfüllungen Ihres Freundes überspringen. Von dort aus wandern sie runter zu seinen Füßen und dann zurück in den Teppich um den Kreis zu schließen.

Verblüffende Fakten der Elektrizität: Würden Sie lange genug herumschlurfen ohne etwas anzufassen, dann könnten Sie so viele Elektronen aufsammeln, dass Ihr Finger explodieren würde! Aber machen Sie sich keine Sorgen - das alles ist kein Problem, solange Sie keinen Teppich haben.

Wir modernen Menschen nehmen elektrisches Licht, Radios, Mixer usw. wie selbstverständlich an. Vor einigen hundert Jahren kannten die Menschen dergleichen überhaupt noch nicht - zum Glück, denn sie hätten ja nicht gewusst, wo sie das alles hätten einstöpseln sollen.

Dann kam der erste Pionier auf dem Gebiet der Elektrotechnik: Benjamin Franklin, der während eines Gewitters einen Drachen steigen ließ und einen ernsthaften elektrischen Schlag davontrug. Damit war bewiesen, dass Gewitter von den gleichen Kräften angetrieben werden wie Teppiche. Allerdings wurde auch Franklins Gehirn derart geschädigt, dass er anfing nur noch in merkwürdig unverständlichen Sprüchen wie "A penny saved is a penny earned." zu reden. Man hätte ihm wohl besser einen Job bei der Post oder so gegeben...

Nach Franklin gab es dann jede Menge weiterer Elektrischer Pioniere, die heute Teil unserer Elektrotechnischen Terminologie geworden sind: Myron Volt, Mary Louise Amp, James Watt, Bob Transformer, etc. Diese Pioniere führten viele bedeutende elektrische Experimente durch. Zum Beispiel entdeckte Luigi Galvani im Jahre 1780 (und das ist die volle Wahrheit), dass, wenn er zwei verschiedene Arten von Metall an Froschschenkeln anbrachte, ein Strom floss und das Froschbein zuckte - obwohl es gar nicht mehr am Frosch befestigt war, der eh tot war. Galvanis Entdeckung führte zu wesentlichen Fortschritten im Bereich der Amphibien-Medizin. Heutzutage können exzellente Tiermediziner einen schwer verletzten oder toten Frosch hernehmen, ihm Metallteile in die Muskeln implantieren und dann beobachten, wie er ganz normal, wie ein springlebendigen Frosch in den Teich zurückhüpft - mit der Ausnahme, dass er dann anschließend untergeht wie ein Stein.

Aber der größte elektrische Pionier von allen war Thomas Edison, wirklich ein genialer Erfinder, mal abgesehen davon, dass er ansonsten recht ungebildet war und in New Jersey lebte. Edisons erste größere Erfindung, im Jahre 1877, war der Phonograph, der kurz darauf in tausender amerikanischer Haushalte zu finden war, wo er im wesentlichen bis 1923 blieb, als die Schallplatte erfunden wurde. Aber Edisons größter Verdienst kam im Jahre 1879, als er die Elektrizitätsgesellschaften erfand. Edisons Idee war eine brillante Umsetzung des einfachen Prinzips des elektrischen Stromkreises: Die Elektrizitätsgesellschaft schickt Elektrizität durch ein Kabel zum Kunden, bekommt sie unmittelbar durch ein weiteres Kabel zurück und dann (das ist das brillante daran) schickt sie sie gleich wieder zum Kunden zurück.

Das bedeutet, dass eine Elektrizitätsgesellschaft einem Kunden den gleichen Strom wieder und wieder, einige tausend Male am Tag verkaufen kann, ohne dabei erwischt zu werden, denn nur sehr wenige Stromkunden nehmen sich die Zeit ihren Strom genauer zu untersuchen. Im Vertrauen gesprochen: Das letzte Jahr in dem in Amerika überhaupt neue Elektrizität produziert wurde, war 1937. Seitdem machen die Elektrizitätsgesellschaften nichts weiter als diese Elektrizität fleißig immer wieder zu verkaufen. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass sie soviel freie Zeit haben, um die Strompreise zu erhöhen.

Heute, dank Männern wie Edison und Franklin und Fröschen, wie dem von Galvani, profitieren wir nahezu grenzenlos vom Segen der Elektrizität. Zum Beispiel haben während der letzten Jahrzehnte Wissenschaftler den Laser entwickelt: Ein elektrisches Gerät, das so wirkungsvoll ist, dass es einen Bulldozer in 500 Metern Entfernung verdampfen kann, aber trotzdem so präzise ist, dass Ärzte damit Operationen am menschlichen Auge durchführen können - vorausgesetzt, sie vergessen nicht den Leistungsregler von "Verdampfe Bulldozer" auf "Empfindlich" umzustellen.